
Pierre Metivier, Mit-Gründer & Konsultant Produktvermarktung und Innovation - NET-7
In welcher Beziehung steht Ihr Unternehmen zur RFID Technologie?
NET-7 ist ein Netzwerk bestehend aus Beratern und Führungskräften die auf Informationstechnologie und Kommunikation spezialisiert sind, und bereit stehen, Unternehmen zu helfen, ihre Geschäftsprozesse durch operative und strategische Unterstützung zu entwickeln. Innerhalb des NET-7 helfe ich persönlich den Unternehmen, neue digitale Technologien zu verstehen, und in ihre Entwicklungs- und Erneuerungszyklen zu integrieren, speziell all jene Anwendungen, die mit kontaktlosen Anwendungen und dem Internet der Dinge zu tun haben.
Was sind ihre Eindrücke von RFID im heutigen Geschäftsumfeld?
RFID ist mittlerweile nicht nur eine Idee, sondern realer Bestandteil. Es gibt bereits sehr viele Einsatzgebiete von RFID, speziell im B2B Bereich, in den Versorgungsketten, Transportwesen, Einzelhandel, Identifikation, Ticketverkäufe und vieles mehr. Was RFID aber wesentlich wichtiger und sichtbarer machen wird, ist, wenn es in der Konsumentenebene ankommt – B2C, ist das Schlagwort.
Wann glauben Sie wird das passieren?
Das geschieht ja bereits – Leute verwenden RFID jederzeit. Wenn sie mit Ihrem Ausweis das Büro betreten, wenn sie Ihre Jahreskarte am Zugangportal der Pariser Metro oder der Londoner Untergrundbahn schwenken, wenn Sie sich ein Fahrrad in einer der vielen öffentlichen Fahrradstationen verteilt über die großen Städte in ganz Europa ausleihen, wenn Sie Ihr Fahrzeug über einen speziellen Fahrstreifen durch die Mautstelle für eine Autobahn oder einen gebührenpflichtigen Tunnel lenken, Sie verwenden bereits RFID Applikationen. Aber der Punkt, an dem wirklich alles ins Laufen kommt, ist dann erreicht, wenn die RFID Anwendungen in unseren Hosentaschen, das heißt unseren täglichen Gebrauchgegenständen, wie den Mobiltelefonen, beispielsweise durch NFC (Near Field Communication) ankommt. NFC Mobiltelefone ermöglichen uns den Zugriff auf mannigfaltige Anwendungen, einige davon kennen wir bereits, aber viele andere müssen erst gefunden werden. Die Industrie erwartet Mobiltelefone, ausgestattet mit NFC, bereits im Jahr 2011.
Was macht den Einsatz von RFID so speziell oder so verschieden?
Mit RFID können Unternehmen Anwendungen einführen, die keinerlei physischen Kontakt benötigten, wie dies bei der Verwendung einer Kreditkarte heutzutage notwendig ist, und Sie können auch Einsatzgebiete andenken wo keine direkte Verbindung zum Auslesen benötigt wird, wie das bei Strichcodes erforderlich ist. Mit RFID drücken Sie auf keinen Knopf, Sie führen Ihre Karte in keinen Steckplatz ein. Es gibt keinen Kontakt, keine Berührung – nur eine Geste. Es ist wie ein Zauberstab! Und was wesentlich interessanter ist, diese Technologie kann an unterschiedlichste Formen angepaßt werden, sei es ein Autoschlüssel, ein Armband, ein Mobiltelefon oder ein USB Stick. Das führt zu unterschiedlichen Denkanstößen und vielen neuen Anwendungsmöglichkeiten.
Welche Vorhersagen haben Sie für die Zukunft von RFID?
Um ehrlich zu sein, es ist sehr schwer sich vorzustellen, was die Zukunft bringt, aber teilweise deswegen, weil so viel mit RFID gemacht werden könnte, speziell in Kombination mit weiteren Technologien, wie dem Mobilfunknetzwerk, Echtzeitsystemen zur Lokalisierung, oder eine der Ausprägungen der Sensortechnik.
Die Einzelhandelsbranche ist sehr aktiv. Ich sehe hier großes Potential in der Umsetzung der RFID Technologie — nicht nur für die Versorgungskette und das Bestandsmanagement, aber auch für Kundenprogramme und Bezahlkarten, zum Beispiel. RFID ist die Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge, wo Objekten eine Art “Intelligenz” zugestanden wird. Beispielsweise könnte sich eine Packung Joghurts in einem Supermarkt auf Abverkauf setzen, wenn in dem System eine Funktionalität eingebaut ist die dann eingreift, wenn das Ablaufdatum kurz bevorsteht.
Eine der Herausforderungen ist es in Zukunft, geschlossene und offene Systeme zu handhaben. Das Internet war und ist erfolgreich, weil es auf offene Standards gesetzt hat. Als natürliche Erweiterung haben viele Unternehmen interne Netzwerke (Intranet) aufgebaut, die ein geschlossenes System in einem offenen Modell des Internets einbinden. Aber mit RFID und dem Internet der Dinge funktioniert es genau umgekehrt: einige Unternehmen bilden geschlossene RFID Systeme, die nicht auf offene globale Standards setzen. Das würde bedeuten, daß deren Systeme nicht in der Lage sind, mit externen RFID Systemen zu kommunizieren. Daraus resultierend würde es sehr aufwendig werden, ein globales offenes Internet der Dinge aufzubauen.
Einige Konsumenten sind beunruhigt bzgl. des Schutzes der Privatsphäre. Glauben Sie, daß RFID hier ein Risiko darstellt?
Die Privatsphäre ist ein enorm wichtiger Bestandteil, der sehr vorsichtig in Betracht gezogen werden muß, aber es ist eigentlich weniger ein Thema als viele Leute denken. Die gleichen Gesetze, die für die Mobiltelefone oder Kreditkarten gelten, kommen auch bei RFID zum Tragen. Vielfach ist die Information, die ein Tag trägt, nur eine Produktnummer. Ohne Zugriff auf die Informationssysteme der Unternehmen, ist all das bedeutungslos. In einem RFID Tag für den Einzelhandel gibt es keinerlei Informationen über einen Konsumenten. Viele Personen teilen wesentlich mehr private Informationen über ihre Facebook Seiten, als jeglicher RFID Tag auf einem Produkt speichert. Aber dennoch, RFID und Privatsphäre sind sehr wichtige Punkte! Neue Technologien haben die Tendenz, Leute zu ängstigen. Diese Themen sollten aber nicht dazu dienen Entwicklungen für RFID basierte Anwendungen zu verlangsamen.
NET-7 ist ein Netzwerk bestehend aus Beratern und Führungskräften die auf Informationstechnologie und Kommunikation spezialisiert sind, und bereit stehen, Unternehmen zu helfen, ihre Geschäftsprozesse durch operative und strategische Unterstützung zu entwickeln. Besuchen Sie uns auf www.net-7.fr für nähere Informationen.
Oder besuchen Sie http://sanscontact.wordpress.com für detailliertes Wissen zu Neuentwicklungen im Bereich RFID, zu kontaktlosen Technologien und dem Internet der Dinge.
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