Antonia Voerste, Leitung Communications & Public Affairs, MGI METRO Group Information Technology

„RFID ist der Garant für Transparenz in der Logistik. Wir nutzen diese Technologie an mehr als 180 Standorten in Deutschland, um die Ein- und Auslieferung von Waren schnell und einfach abwickeln zu können. Das spart Zeit und Geld. Außerdem testen wir innovative Anwendungen für Kaufhäuser, um unseren Service zu verbessern, beispielsweise intelligente Umkleidekabinen. Im Hinblick auf eine größere Akzeptanz dieser Technologie ist es wichtig, die Verbraucher genauer über ihre Vorteile und Funktionen aufzuklären. Aus diesem Grund setzen wir uns für eine transparente Informationspolitik ein.“

Antonia Voerste, Leitung Communications & Public Affairs, MGI METRO Group Information Technology

 

Die METRO Group zählt zu den Pionieren bei der Einführung von RFID im Einzelhandel. Wie nutzen Sie diese Technologie?

Wir nutzen die Technologie bereits täglich in den Bereichen Logistik und Warenwirtschaft an mehr als 180 Standorten in Deutschland. Ziel ist es hierbei, die Ein- und Auslieferung von Waren schneller abwickeln zu können. Zu diesem Zweck versehen zahlreiche Zulieferer ihre an uns gesendeten Kartons und Paletten mit Smart Chips. Beim Wareneingang in unseren Kauf- und Warenhäusern werden die Paletten automatisch mit den Bestellungen verglichen. Kostenintensive manuelle Überprüfungen sind nicht mehr notwendig. Das spart Zeit und Geld.

Hat das auch Vorteile für Ihre Kunden?

Ja, natürlich. RFID ist der Garant für Transparenz in der Logistik, da die Bestandsverzeichnisse in unseren Datenbanken stets auf dem aktuellen Stand sind. Unsere Mitarbeiter merken, wenn ein Produkt ausgeht, und können rechtzeitig nachbestellen. Unsere Kunden stehen also sehr selten vor leeren Regalen. In unserem real,- Future Store in Tönisvorst bei Krefeld, der im Mai 2008 eröffnet wurde, nutzen wir RFID an der Fleischtheke zur Überprüfung der Fleischprodukte aus eigener Produktion und der Verfallsdaten. Es laufen außerdem einige weitere Pilotprojekte, mit denen innovative Anwendungen zur Verbesserung unseres Service in den Kaufhäusern getestet werden. 

Um welche Art Anwendungen handelt es sich?

Im Rahmen eines Pilotprojektes in unserem Markenkaufhaus Galeria Kaufhof in Essen testen wir intelligente Umkleidekabinen mit integrierten RFID-Lesegeräten. Wenn ein Kunde die Kabine mit einem Kleidungsstück betritt, an dem ein Smart Chip angebracht ist, werden zusätzliche Informationen zu diesem Produkt auf einem Monitor angezeigt - beispielsweise Preis, Materialart, Tipps zum Waschen und Reinigen und sogar Kombinierungsmöglichkeiten mit anderen Kleidungsstücken.

Gibt es Hindernisse für eine vollständige Einführung von RFID?

Einerseits müssen einheitliche Standards zur Verwendung von RFID eingeführt werden - in den verschiedenen Sektoren ebenso wie in den verschiedenen Ländern. Nur dann wird es möglich sein, das Potenzial dieser wegweisenden Technologie voll auszuschöpfen. Wir nutzen in der METRO Group lediglich den Standard Class1/Gen. 2 von EPCglobal für unsere RFID-Prozesse. Andererseits ist es auch wichtig, die Verbraucher noch besser über die Funktionen und Vorteile der Technologie aufzuklären, um eine größere Akzeptanz zu erreichen. Unsere transparente Informationspolitik hilft uns dabei, dieses Ziel zu erreichen.

Datenschutz: Wie setzt die METRO Group dieses Thema um?

Es versteht sich von selbst, dass diese Technologie vollständig mit den deutschen und europäischen Gesetzen zum Schutz persönlicher Daten vereinbart werden kann. Als Mitglied der internationalen Standardisierungsorganisation EPCglobal befolgt die METRO Group zusätzlich verschiedene Richtlinien, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen. Unser Ziel ist die Wahrung der Privatsphäre unserer Kunden. Beispielsweise halten wir sie stets darüber auf dem Laufenden, wo und warum RFID eingesetzt wird. Außerdem haben sie die Möglichkeit, die RFID-Transponder der Produkte nach dem Kauf dauerhaft unbrauchbar zu machen.

Bislang haben Sie ausschließlich von Deutschland gesprochen. Gibt es Pläne für den internationalen Einsatz von RFID?

Ja, wir haben diesbezügliche Pläne. Unser nächstes Ziel ist die Einführung von RFID-Portalen für den Warenein- und -ausgang in den Metro-Großmärkten Cash & Carry in Frankreich. Das Pilotprojekt „Advanced Logistics Asia“ (ALA) läuft seit 2006 in Vietnam und China. Etwa 100 Hersteller statten ihre Kartons und Paletten mit RFID-Transpondern aus. Das Ergebnis: Wir können den Weg der Produkte von Asien nach Europa viel genauer nachverfolgen.

Organisation

Die METRO Group ist eine der wichtigsten Einzelhandelsketten weltweit. Im Jahr 2007 generierte die Gruppe einen Umsatz von mehr als 64 Milliarden Euro. Sie ist an mehr als 2.200 Standorten in 31 Ländern vertreten und beschäftigt etwa 280.000 Mitarbeiter. Die Stärke der METRO Group sind seine Verkaufsmarken, die jeweils unabhängig voneinander in ihrem jeweiligen Markt agieren: Metro/Makro Cash & Carry, die weltweiten Marktführer im Selbstbedienungs-Einzelhandel; real,-Großmärkte; Media Markt und Saturn, die europäischen Marktführer im Bereich Unterhaltungselektronik; und die Kaufhauskette Galeria Kaufhof.

MGI METRO Group Information Technology ist der Informationsdienstanbieter der METRO Group. Er versorgt die einzelnen Unternehmen der Einzelhandelsgruppe mit einer gemeinsamen Infrastruktur für den Kommunikations- und Datentransfer.