Eine gemeinsame RFID-Strategie
Forschung und Entwicklung im Bereich der RFID-Technologie in Europa
Im Rahmen der europaweiten Bemühungen zur Weiterentwicklung von Hardware, Software und Anwendungen mit RFID-Technologie spielt auch die Senkung der RFID-Gesamtkosten eine wichtige Rolle.
Die Forschungen konzentrieren sich einerseits auf den Bereich der zur Herstellung von Transpondern und Lesegeräten verwendeten Grundmaterialien, andererseits auf die Einrichtung und praxisbezogene Anwendung der Technologien. Es bestehen auch Projekte zur Koordinierung der in den verschiedenen Ländern verwendeten Ressourcen. Diese dienen der Vermeidung von Wiederholungen und der Entwicklung von Standards und bewährten Verfahren auf europäischer Ebene.
Koordinierung von Forschungsbemühung im Bereich der RFID-Technologie: CERP
Aufgrund der hohen Anzahl von RFID-Forschungsprojekten in vielen verschiedenen Ländern ist es schwierig, einen Überblick über die Fortschritte innerhalb der RFID-Branche auf europäischer Ebene zu gewinnen. Diese Fragmentierung ist auch der gemeinsamen Nutzung bewährter Verfahren durch Forscher und Wissenschaft hinderlich.
Daher wurden mehrere Forschungs- und Anwendungsprojekte zum CERP (Cluster of European RFID Projects) zusammengefügt. Ziel des CERP ist die Koordinierung europaweiter Bemühungen zur Optimierung der RFID-Wertschöpfungskette durch eine Vereinfachung des Austauschs von Ideen, Erfahrungen und Ressourcen zwischen Wissenschaftlern und durch die Nutzung von Synergieeffekten zwischen den einzelnen Projekten.
Die Mitglieder des CERP, zu denen auch BRIDGE zählt, bemühen sich um die Umsetzung unterschiedlicher Ziele, darunter die dynamische Entscheidungsfindung bei Wartungsangelegenheiten und RFID-basierte Zahlungssysteme.
Im Folgenden werden zwei Beispielprojekte vorgestellt:
BRIDGE
Bei BRIDGE handelt es sich um ein vierjähriges Forschungsprogramm zu RFID-Anwendungen, das von der Europäischen Kommission mit 7,5 Millionen Euro unterstützt wird. An BRIDGE (Building Radio Frequency Identification Solutions for the Global Environment) sind rund 30 Partnerorganisationen aus zwölf verschiedenen Ländern beteiligt.
Das Projekt umfasst eine große Anzahl unterschiedlicher Bereiche und Branchen: Einzelhandel, pharmazeutische Industrie, verarbeitende Wirtschaft, Vertriebs- und Logistikunternehmen sowie Dienstleister, um nur einige zu nennen.
Die Projektbeteiligten beschäftigen sich mit der Forschung, Entwicklung und Implementierung von Tools zur Nutzung von RFID-Anwendungen nach EPCglobal-Standards. Durch diese Arbeit werden die Grundlagen für eine schnelle Verbreitung der RFID-Technologie und für deren branchenübergreifende Bedeutung in europäischen Unternehmen geschaffen.
Eine Anwendung wurde 2007 in einem Kaufhaus in Deutschland eingeführt. Kunden können in der Herrenabteilung von Umkleidekabinen, Ladenregalen und Spiegeln mit intelligenten Funktionen profitieren. Sobald sich ein Kunde z. B. mit einer Hose mit RFID-Transponder einem Spiegel nähert, werden die Informationen des Transponders an ein Lesegerät übertragen, das sich hinter dem Spiegel befindet. Die Informationen erscheinen dann auf dem Spiegel. So erhält der Kunde Hinweise zu den Pflegeeigenschaften und zu den Materialien, aus denen die Hose besteht. Die Anwendung basiert auf mehreren aktuellen EPCglobal-Standards.
Zu den weiteren Projekten zählen Tests zum elektronischen Herkunftsnachweis für Arzneimittel, zur Rückverfolgung von Mehrweg-Transportmitteln, zum Einsatz von RFID-Technologie in der Versorgungskette sowie ein Projekt zu den Verbesserungsmöglichkeiten im Produktionsprozess durch RFID.
CE RFID
Unternehmen und Händler haben gemeinsam mit führenden Technologieanbietern eine Initiative mit dem Namen CE RFID (Coordinating European Efforts for Promoting the European RFID Value Chain) ins Leben gerufen. Das Projekt dient der Gestaltung einer europäischen RFID-Politik und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich RFID. Die Europäische Kommission unterstützt dieses Projekt mit 1,2 Millionen Euro.
Ziel von CE RFID ist eine europaweite Vereinheitlichung von Standards und Richtlinien, da in den Ländern unterschiedliche Bestimmungen zu Rundfunkfrequenzen bestehen. Dies erfolgt durch Abgabe von Empfehlungen an die Europäische Kommission nach eingehender Analyse des Marktes aus Sicht der Hersteller und Verbraucher.
CE RFID ist in fünf Arbeitsbereiche aufgeteilt. Die Analyse der RFID-Technologie und RFID-Anwendung soll zur Versachlichung des Dialogs beitragen.
Die Aktivitäten des CE RFID-Projekts erstrecken sich über fünf Arbeitsbereiche: Fahrplan zu RFID-Technologie und -Anwendungen, europäische Forschungs- und Entwicklungspolitik, Standardisierung von RFID auf europäischer Ebene, RFID-Richtlinien und europäische RFID-Gesetzgebung.
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Das Potenzial

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