Sicherheit bzgl. der Echtheit von Medikamenten

RFID und EPC unterstützen den Kampf gegen gefälschte medizinische Produkte

Mitte 2007 entdeckten Behörden in Panama in 6.000 Tuben Zahnpasta Spuren einer giftigen Substanz, die normalerweise in Frostschutzmitteln verwendet wird. Einige Wochen später tauchte das verseuchte Zahnpasta-Plagiat auch in US-amerikanischen Discount-Läden sowie in Spanien auf, wo es als kostenloses Pröbchen verteilt wurde. Wäre in der Verpackung der Zahnpasta RFID- und EPC-Technologie verwendet worden, hätten die Behörden sehr viel schneller auf die Gefahr reagieren können.

Viele Unternehmen setzen zur Bestätigung der Echtheit von Medikamenten und anderen Produkten jetzt auf RFID. Dies verbessert die Patientensicherheit und verringert die Gefahr von Fälschungen.

So hat zum Beispiel eine Gruppe skandinavischer Unternehmen die Technologie bei der Verfolgung und Echtheitsbestätigung eines Medikaments getestet, das zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgerinnseln dient. Auf der Unterseite des Umkartons einzelner Tablettenfläschchen wurde ein RFID-Transponder angebracht, der jeweils mit einer eindeutigen Seriennummer und dem Verfallsdatum des Medikaments kodiert wurde. Vor dem Versand der in Kisten verpackten Medikamente identifizierte ein Pharmaunternehmen die einzelnen Kisten mithilfe eines RFID-Lesegeräts und zeichnete den Bestimmungsort der einzelnen Chargen auf. Beim Großhändler angekommen, wurden die Transponder erneut gelesen.

Hätte man gefälschte Versionen des Medikaments entdeckt oder hätte jemand das Medikament manipuliert, wären die von diesen Unternehmen gesammelten Informationen für den Gesetzesvollzug und die Gesundheitsbehörden von unschätzbarem Wert gewesen.

Andere Beispiele sind Großhändler, Umverpacker und Vertriebszentren für Pharmaprodukte, die die Echtheit eingehender Waren über den elektronischen Produkt-Code (EPC) prüfen können; Apotheken und Einzelhändler erhalten einen digitalen Nachweis über die Herkunft von Medikamenten mit RFID-Transponder. Wenn das EPCglobal Network und die EPC Information Services erst einmal vollständig eingeführt sind, können die Apotheken sogar eigene Produktechtheitsprüfungen durchführen.

Als Zukunftsvision ist es durchaus denkbar, dass Sie die Herkunft eines in der Apotheke gekauften Medikaments zu Hause überprüfen können, indem Sie eine Produkt-ID auf einer speziellen Website eingeben. So können Sie sich vor der Einnahme der Tablette vergewissern, dass es sich um ein authentisches und sicheres Produkt handelt.